Dienstag, 29. Dezember 2009

Weihnachten und Ganztagesspiel

In der letzten Woche waren zwei soo wunderschoene und wichtige Ereignisse, darum melde ich mich schon wieder um darueber zu berichten.

Zuerst war am 25. Dezember die Weihnachtsfeier.

Die grosse Weihnachtsfeier fand jedoch dann in Sabbavaram mit den Kindern vom Shelter und von Sabbavaram statt. Das Haus und der Raum wurde von den Mitarbeitern in Sabbavaram dekoriert.
Am Vormittag gab es bei dieser Feier ein gemeinsame Messe. Dafuer bereiteten wir Kerze in kleinen Schalen vor, sodass jeder beim gemeinsamen Einzug ein Licht zur Messe tragen konnten. Wir sangen fuer die Messe ein paar deutsche und englische Lieder und die Kinder ein paar Lieder in Telugu.
Nach der Messe gab es dann die Weihnachtsfeier. Wir verkleideten einen Schweizer Volontaer als Santa Claus. Er kam und verteilte Suessigkeiten an die Kinder. Ausserdem tanzte Santa Claus, alle Kinder und alle Mitarbeiter.
Nachdem Santa Claus uns wieder verliess, bekam jedes Kind ein kleines Geschenk. Dann wurde ein Krippenspiel aufgefuehrt, drei Taenze und es wurde gemeinsam Gesungen.

Als Abschluss gabe es noch ein besonderes Mittagessen fuer alle.


Es war ein ganz anders, aber wunderschoenes Weihnachten fuer mich. Ich habe es soo sehr genoessen mit soo vielen gemeinsam dieses Fest zu feiern.




Da die Burschen vom Shelter zur Zeit in Sabbavaram sind und wir im Shelter nur zwei Collegeburschen haben, beschlossen wir am Sonntag (27.12.09) im Sabbavaram mit allen Buben (ca. 100) ein Programm zu machen.
Also packten wir am Sonntag dann die beiden Collegeburschen ein und fuhren nach Sabbavaram.
Wir trommelten alle Kinder zusammen und erzaehlten ihnen, dass wir eine Schatzkarte gehabt haben, die wir ihnen bringen wollten, aber auf dem Weg kamen Maenner und nahmen uns diese Karte weg. Da wir ihnen aber den Schatz schenken wollen, sollen sie uns helfen die Karte wieder zu bekommen.
Zuerst machten wir ein Spiel um die Kinder in 6 Gruppen einzuteilen. Jede Gruppe bekam eine Farbe und jedes Kind ein Band in dieser Farbe um die Hand. Nun erklaerten wir das Vormittagsprogramm. Jedes Gruppe musste sich einen Platz suchen und diesen gestalten, einen Gruppennamen finden, eine Flagge gestalten und einen kurzen Tanz erfinden, ausserdem muessten zwei Kinder jeder Gruppe als Piraten verkleidet werden. Am Ende des Vormittags wurde von uns ueberprueft, ob die Aufgaben erfuellt wurden.

Am Nachmittag machten wir dann ein Gelaendespiel mit ihnen. Jede Gruppe hatte Jaeger und Schmuggler. Die Schmuggler mussten Stoffstreifen in einem bestimmten Feld suchen und diese dann an den Jaegern vorbei in ihr Lager bringen. Die Jaeger konnten sie dabei fangen und den Stoffstreifen abnehmen. Wenn eine Gruppe 5 Stoffstreifen hatte, konnten sie zur uns kommen und mussten eine Aufgabe erfuellen, dann bekamen sie fuer die Stoffstreifen einen Schatzkartenteil.
Das Spiel dauerte etwa 45 Minuten.
Danach wurden alle zusammengeholt und es wurde die Schatzkarte zusammengeklebt. Dabei wurden die Teile von allen Gruppen verwendet. Auf der Karte war dann der Schatz eingezeichnet und die Kinder suchten diesen und er wurde dann auf alle verteilt.
Die Aktion war ein grosser Erfolg, weil es fuer die Kinder eine tolle Abwechslung zum gewoehnlichen Programm war. Durch die Hilfe des Brothers in Sabbavaram, der alles uebersetzte und uns unterstuetze, gestaltete sich alles auch sehr unkompliziert.


Nach diesem Tag hatte ich innerlich soo viel Freude und ich war so gluecklich. Ich liebe einfach strahlende Kinderaugen.


So naja und jetzt bin ich gestaerkt durch diese tollen Erlebnisse und gespannt was in naechster Zeit auf mich zukommt, weil es stehen schon wieder viele Ereignisse an.



Euch allen wuensche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles erdenklich Gute fuer 2010.


Martina

Freitag, 25. Dezember 2009

neue Videos online

Hier koennt ihr euch wieder ein paar Videos von hier ansehen!!


http://www.youtube.com/watch?v=Ncgs4O6v8ng


http://www.youtube.com/watch?v=jUpmNHBrMHs


http://www.youtube.com/watch?v=ABSqa_twmkk

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Weihnachten steht vor der Tuer

Mittlerweile ist schon wieder eine Weile vergangen seitdem ich von hier berichtet habe und es ist auch schon wieder jede Menge passiert.

Mitte November fuhren ich, Bettina und Eli nach Hyderabad, weil wir dort ein Meeting mit zwei von Jugend eine Welt hatte. Das Schoenste an der ganzen Aktion war, dass wir die anderen Jugend eine Welt Volos (Verena, Anna Sandra) dort trafen. Wir verbrachten gemeinsam auch ein bisschen Zeit in Hyderabad, sahen uns andere Don Bosco Projekte und die Stadt etwas an. Es tat sehr gut mit den anderen Erfahrungen auszutauschen und somit auch die eigenen Erfahrungen zu reflektieren.
Die Zugfahrt bis nach Hyderabad und wieder zurueck war dabei das Anstrengendenste. Die dauerte 13 Stunden. Es war zwar wunderschoen, weil wir bei offenen Fenster (bzw. Sogar teilweise bei offener Tuer) sassen und die Landschaft an uns vorbei zog, aber 13 Stunden sitzen und nicht sehr viel Platz haben... Aber bei dieser engen Zugfahrt entstehen viele nette Bekanntschaften und Gespraeche. Bei der Heimfahrt hat zum Beispiel ein etwa 2jaehriges Maedchen 2 Stunden auf meinem Schoss geschlafen, weil ihre Eltern keinen Sitzplatz gehabt haben und sie muede war. Aber alles kein Problem hier in Indien.

Als wir wieder zuhause ankamen war die Freude unsere Kinder wieder zu sehen sehr gross. Naja und die Freude darueber, dass wir nun alle Arbeitsblaetter von der Schule, die die Kinder in dieser Zeit gemacht haben, kontrollieren duerfen, war natuerlich riessengrosss, aber war auch dann bald geschafft.

Dann hat auch schon die Adventzeit begonnen. Naja also so halt offiziell. Hier habe ich eigentlich nichts davon gemerkt. Um etwas Adventstimmung zu zaubern haben wir im Shelter fuer die Burschen einen Adventkalender aufgehaengt. Jeden Tag befindet sich darin ein Puzzleteil (von einem Bild, dass die Kinder angemalt haben), sodass am Schluss dann ein Bild von der Heiligen Familie entsteht. Wir ziehen jeden Tag einen Namen eines Buben, der dann dieses Puzzleteil aufkleben darf und ein kleines Geschenk bekommt. Daran kann man echt erkennen, wie schnell die Zeit vergeht, morgen ist schon wieder der letzte Puzzleteil.
Um fuer weihnachtliche Stimmung zu sorgen haben wir auch schon ein paar Sterne im Shelter gebastelt und aufgehaengt. Ja und das grosse Projekt, dass heute hoffentlich fertiggestellt wird, ist eine selbstgemachte Krippe. Wir arbeiten nun schon etwa 2- 3 Wochen jeden Tag in drawing daran und heute wird sie aufgestellt. Ich werde euch bald ein Foto online stellen, dann erspare ich das Beschreiben.
Als Weihnachtsgeschenk fuer unsere Burschen haben wir uns gedacht, wir machen Perlentiere, als Schluesselanhaenger, fuer sie. Da wir in Sabbavaram feiern und dort dann alle Buben sind, haben wir also voller Motivation 100 Perlentiere gemacht. Wir haben viele verschiedene Typen zusammengebracht und sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Leider wird hier in Indien nicht Weihnachten mit dem Christkind gefeiert, sondern mit dem Santa Claus. Wir haben dazu einen Volontaer (ein Schweizer, der aber in Sabbavaram ist) ausgewaehlt, dass er diese sein darf. Bin echt gespannt wie das erste Weihnachten mit dem Santa Claus wird. Uebringes wird hier Weihnachten am 25 gefeiert, und nicht wie bei uns am 24. Darum werden wir auch morgen noch Schule haben und nur dann am 25. frei. Laenger haben wir nicht frei, weil die meisten unserer Schueler Hindus sind und so nicht Weihnachten feiern.

Unsere Burschen vom Shelter haben aber schon frei, deswegen werden sie heute oder morgen nach Sabbavaram fahren um dort die Ferien zu verbringen. Da wird es bei uns dann viel ruhiger werden und wenig zu tun geben, aber fuer die Buben ist es echt toll, wenn sie in das gruene Paradies auf Urlaub fahren koennen.


Aja noch ein kleines Erlebnis moecht ich euch kurz berichten. Vor einigen Wochen haben wir fuer einen Tag eine kleine Schwester (ca. 2 Jahre) bekommen. Sie ist in der Nacht von der Polizei vorbeigebracht worden, weil sie nach einer Veranstaltung am Strand von ihren Eltern vergessen oder vl auch absichtlich zurueckgelassen wurde. Die Nacht hat sie bei unsere Koechin im Zimmer verbracht. Untertags war sie dann bei uns. Wir haben sie auch ins Shelter mitgenommen. Die kleinsten Burschen haben sich total lieb um sie gekuemmert und einer hat sie gleich vor die Spielplatte gesetzt, damit sie mitspielen kann. Am Abend wuerde sie dann von unserem Father in ein Heim fuer Maedchen gebracht. Seitdem wissen wir leider nichts mehr, aber hoffen, dass es ihr gut geht.

Soweit die neuesten Erlebnisse von mir.
Ich freue mich schon sehr auf das mal ganz andere Weihnachten (mit derzeit ca. 30 Grad)

Ich wuensche euch allen gesegnete Weihnachten, schoene Feiertage und alles erdenklich Gute im neuen Jahr!

Ich denke an euch!!!

Martina

Sonntag, 22. November 2009

Ein unvergesslicher Tag!!

Es ist zwar schon sehr spaet und ich sollte eigentlich eher schlafen, aber ich muss einfach euch noch ueber den heutigen Tag berichten.
Dieser Eintrag ist fuer mich bis jetzt der Schwierigste, nicht weil ich etwas Furchtbares berichte, sondern weil ich nicht die richtigen Worten finden werde um zu beschreiben, was ich heute erlebt und gesehen habe. Es ist nicht moeglich alles zu berichten und zu beschreiben, aber ich moechte ein Stueck weit euch daran teil haben lassen, sogut es geht.

Unser Tag fing heute ganz normal an, wie ein Sonntag eben. Nach dem Fruehstueck (9.00 Uhr) fragte uns der Father Noel (Leiter der Provinz) ob wir mitfahren wollen um die Tribals (Doerfer die sehr abgelegen liegen) zu besuchen. Er wird naemlich dort heute ein paar Don Bosco Projekte besuchen. Wir waren sofort Feuer und Flamme und fuhren schlussendlich dann schon um halb 10 ab. Wir haben zwar eigentlich viele Sachen zu tun, weil wir morgen fuer 5 Tage nach Hyderabad fahren, aber wir liessen alles liegen und stehen.

Wir fuehren von unserem Haus mit dem Jeep los. Schoen langsam verliessen wir die Stadt und kamen an den Stadtrand. Diese Gegend kennen wir auch bereits. Dort gibt es schon viele Holzhuetten. Als wir schon ca. 1 Stunde von der Stadt entfernt waren, fuhren wir durch absolute Natur, jedoch auf einer grossen Strasse. Rechts und links davon sahen wir immer wieder Hirten mit ihren Herden, Huetten aus Palmenblaettern. Wir waren total interessiert an dieser anderen Lebensweise und hofften, dass wir wirklich hier ein Dorf betrachten koennen, dass so anders lebt.
Nach etwa eineinhalb Stunden fahrt bogen wir von der grossen Strasse ab und fuhren eine kleinere Strasse. Hier entlang waren noch viel mehr Huetten, immer wieder kleine Doerfer, viele Hirten und Tiere. Die Menschen wuschen ihre Waesche im Fluss. Ganz anders als das Leben in der Stadt. Nach etwa 2 Stunden fahrt erreichten wir dann das Dorf Nasripatnam. Dort gibt es zwar einige Geschaefte und es spielt sich auch dort was ab. Wir fuhren zum Office von den Don Bosco Projekten. Dort machten wir eine kurze Pause und fuhren dann weiter . Uns wurde gesagt, dass wir nus nun Projekte in Doerfte anschauen werden. Wir waren total gespannt.

Die Gegend war so, wie das letzte Stueck von unsere vorrigen fahrt. Also viele Huetten, immer wieder kleine Doerfte, immer wieder Hirten. Nach etwa 45 min. weiterer Fahrt fuhren wir bei einem etwas groessen Siedlung von Huetten vorbei. Uns wurde mitgeteilt, dass es dort ein Don Bosco Projekt gibt, dass wir uns spaeter ansehen werden.
Vor uns war nun ein riessiger gruener Berg. Wir fuhren diesen Berg rauf, sogar eigentlich asphaltierte Strasse. Rechts und links von uns war absolut unberuehrte Natur, Palmen, viele verschieden Baeume, Tiere (sogar einmal eine Affenbande)... Nach ca. 15 min kurviger Fahrt blieben wir stehen und stoppten bei einem Dorf, das absolut abgeschieden von der unteren Welt ist, so scheint es zumindestens. Wir wurden dort herzlich empfangen, es wurde gesungen, wir bekamen Blumenketten, begruessten viele Kinder und Menschen, versuchten etwas Telugu zu sprechen und freuten uns die Leute kennenzulernen. Leider hatten wir wenig Zeit, und konnten uns somit nur das Projekt (ein kleines Haus) ansehen und aber im Dorf nicht herumgehen. Also ich hab das Gefuehl gehabt, als waeren diese Menschen vollkommend abgeschnitten von der Welt.
Als wir nach einer Weile wieder in den Jeep stiegen hiess es, dass wir nun noch ein anderes Dorf, noch weiter oben am Berg besuchen werden. Wir fuhren die asphaltierte Strasse weiter entlang. Irgendwann endete sie und wir bogen in einen Weg mit Lehmboden ein. Rechts und links waren grosse Buesche, rechts und links am Jeep streifte alles, weil der Weg so eng war, kein Mensch zu sehen, abolute Stille wirklich nur Natur und wir. Einmal sahen wir ein verlassenes Haus – uns wurde erklaert, dass dies eine Schule vom Staat ist, aber die Lehrer kommen nur etwa 2 mal im Monat, also kommen natuerlich auch keine Schueler mehr.
Nach etwas 15 min. fahrt sahen wir vor uns ein kleines Dorf aus Huetten. Eine Menschenansammlung (ich glaube einfach alle Dorfbewohner) warteten dort bereits auf uns und Father Noel. Wir wurden herzlichst begruesst, uns wurde die Schule gezeigt (ein kleiner Platz, der etwas ueberdacht ist). Wir machten wieder viele Fotos, sprachen etwas mit den Menschen. Dann fuehrten sie uns in ihr Dorf hinauf. Wir gingen an ihren Huetten vorbei und nahmen dort Platz. Es wurden ein paar Worte von dem einen und anderen gesagt. Dann hiess es, dass die Frauen vom Dorf uns einen traditionellen Tanz zeigen werden. Wir wurden sofort eingeladen zum Mittanzen, also bewegten wir uns mit ihnen Arm in Arm zur Trommelmusik im Kreis. Das war ein richtiges Erlebnis. Wunderschoen, einfach unbefreit und viel viel Gemeinschaft. Ich habe so das Gefuehl, dass die Menschen dort gluecklich sind, ausserdem herrscht eine grosse Gemeinschaft und Zusammenhalt. Jeder kennt jeden, sie leben einfach gemeinsam und leben zusammen und nicht nebeneinander. Ausserdem sind auch dort die Gewaender alle bunt, kunterbunt... echt farbenfroh. Die Menschen leben dort ohne Strom, Internet, Wasserleitung, wirklich einfach mit der Natur. Ich hab noch nie erlebt, dass es an einem Ort so leise war. DAS einzige Geraeusch war wirklich das zwitschern von den Voegeln. Dort leben die Menschen mit der Natur , in der Natur.
Dieses Dorf hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Irgendwie zeigt es mir, dass die Menschen dort auch gluecklich leben, obwohl sie keinen Luxus haben und ich frag mich, ob sie, wenn sie reicher werden, oder nicht so abgeschieden Leben wuerden, nicht genauso gluecklich oder vl sogar weniger waeren.
Aber es ist natuerlich nicht alles gut dort. Ich glaube die Arbeit und das Leben ist sehr anstrengend und oft schwierig, weil Wasser knapp wird oder auch Essen. Ein weiteres Problem dort ist auch der Alkohol, den sie selbst herstellen. Wir erfuhren auch, dass sie teilweise schon sehr bald ihre Kinder verheiraten. Die Fathers versuchen sie zwar darueber aufzuklaeren, aber es ist sehr schwierig. Ein Father erzaehlte uns, dass vorkurzem ein 15 jaehriges Maedchen aus dem Dorf bei der Geburt ihres Kindes starb. Ihre Ehemann ist gerade erst 18 Jahre alt. Die Menschen von dort sind einfach nicht bereit, die Chance zu nuetzen und einen Doktor zu rufen, oder auch ins Krankenhaus zu gehen. Sie sind damit ueberfordert und wollen es nicht, weil es fuer sie fremd ist.
Wir haben in dem Dorf eine sehr nette Zeit verbracht, doch leider viel zu kurz, weil wir in ein anderes Projekt aufbrechen mussten. Aja uns wurde berichtet, dass die Strasse weiter noch ein Projekt ist. Echt verwunderlich, ich dachte wirklich hier kanns dann nichts mehr geben, aber anscheinend schon.
Wir fuhren also wieder einen engen Weg weiter zu einem weiteren Dorf. Dieses war etwas groesser und schon wieder naeher an einem groesseren Dorf, also etwas moderene, dass heisst es hat zum Beispiel einen Volleyballplatz gegeben und einen Brunnen zum Wasser holen. Rund um dieses Dorf waren riessengrosse gruene Flaechen. Wir sahen viele Kinder auf den Flaechen spielen. Sie haben wirklich Natuer pur zum Spielen.
Nachdem wir dort kurz waren fuhren wir den Berg wieder hinunter in das andere Projekt, an dem wir schon vorbeigefahren waren. Der Weg bergabwerts war sehr anstrengend, weil die Luft kalt war, wir viele viele Kurven fuhren und ausserdem viele Hoehenmeter hinter uns liessen. Am Weg sahen wir auch hier immer wieder Hirten mit ihren Herden. Es gibt auch immer wieder Kinder, die mit Tieren unterwegs sind. Einmal haben wir ein paar Kinder, die im Alter von ca. 2-6 sind, Wasser holen vom Brunnen gesehen. So bald an muessen sie schon zuhause mithelfen.
Als wir also in dem Dorf untem am Berg angekamen wurden wir auch dort begruesst, es wurde gesungen, wir sahen uns das Projekt an und fuehrten ein paar Gespraeche. Leider war es schon sehr spaet also fanden wir wenig Zeit um das Dorf anzusehen. Aber schon alleine mit den Menschen zu sprechen, die in solchen Huetten wohnen, die man nur von Bildern kennt, ist schon eine tolle Erfahrung.
Wir fuhren dann zum Office zurueck und nach einer Pause ging es wieder ab zurueck in die Stadt. Der erste Weg zurueck fuehrte bei den vielen Huetten vorbei. Alles war dunkel, weil es kaum Beleuchtung gibt.
Irgendwann sah ich dann schon die Lichter von der Stadt entgegenleuchten. Als wir dann bei der ersten roten Ampel standen und neben mir die Beleuchtung einer Hochzeitshalle herabblitze wurde mir bewusst, dass wir jetzt wieder in einem ganz anderen Teil von Indien sind.
Ich kann nicht sagen was mir besser gefaellt, ich kann nicht sagen was besser fuer die Menschen ist, ich weiss auch nicht was das Ziel waere, wenn ich den Menschen helfen wollte. Ist es besser alle in die Stadt zu bringen, ist ihr Leben am Land besser?
Viele Fragen und Gedanken tauchen nach so einen Tag auf. Ich kann keine Antwort finden, darum vertroeste ich mich damit, dass es nicht in meiner Hand liegt dies zu entscheiden und es auch wahrscheinlich keine eindeutige Antwort gibt.

Nach diesem Tag, an dem ich noch eine ganz eine andere Art von Leben kennengelernt habe, spielt sich viel im Bezug auf Einstellungen, Prioritaeten, Luxus und auch Zukunfts-ziele und – vorstellungen.

Es ist schoen sowas kennenzulernen. Teilweise hab ich mich als Tourist gefuellt und teilweise einfach, als wuerde ich Freunde treffen, mit denen ich tanze und mich ein wenig unterhalte.
Ich hoffe ich kann nochmal ein anderes Dorf besuchen, vielleicht bleibt auch dann Zeit ein bisschen mehr den Alltag folgen zu koennen. Aber ich bin dankbar, dass ich heute dieses Leben sehen durfte.

Vielleicht bringt es deine einen oder anderen auch zum Nachdenken. Ich glaube es ist in diesem Bezug nicht wichtig, den eigenen Lebensstil zu aendern, sondern vielleicht einfach bewusster zu leben und Dinge zu sehen.

Also ich bin wirklich gluecklich und freu mich jetzt schon auf morgen. Da geht es ab nach Hyderabad in die Hauptstadt unseres Bundesstaates (hat ca. soviele Einwohner wie ganz Oesterreich). Das wird nach dem heutigen Tag sicher ein gewaltiger Umschwung, aber wir freu mich schon sehr, weil wir Besuch von zwei von unsere Organisation bekommen und ausserdem treffe ich die drei anderen Volontaerinnen, die auch von Jugend eine Welt in Indien sind.

Heute etwas nachdenkliche, aber wunderschoene Gruesse in meine Heimat und auf all die anderen Teile der Welt!

Martina


P.S.: Fotos werden leider erst spaeter folgen

Mittwoch, 11. November 2009

erfreulicher Zuwachs :-)

So jetzt ist es wiedermal an der Zeit, dass ich berichte was bei mir so los ist.

Das Chaos mit den Mitarbeitern hat sich zwar dann noch etwas gesteigert, weil noch welche gegangen sind oder einer noch gehen wird, aber mittlerweile hat sich alles soweit so gut eingependelt.
In der Schule haben wir jetzt eine neue Lehrerin, die echt sehr gut und nett ist. Also kehrt hoffentlich schoen langsam wieder etwas Ruhe ein. In der Schule werden es zur Zeit auch wieder etwas mehr Schueler, oder die Schueler kommen halt regelmaessig und nicht nur, wenn es gerade leicht geht. Das ist auch fuer das Unterrichten sehr wichtig, denn so muss ich den Stoff nicht staendig neu wiederholen. Aber in einer Schule wie in unserer ist es halt so, dass immer wieder neue Schueler kommen, was auch gut ist. Darum geht alles sowieso nicht ganz so schnell voran.
In Englisch habe ich mit meinen Schuelern das Wetter durchgemacht und Saetze dazu gebildet. Zwei Wochen nachdem wir mit dem Thema begonnen haben, haben wir das erste Mal sagen koennen
„Today it is cloudy and rainy and windy“! Ja was waeren die grossen Erfolge ohne die kleinen.

Ab heute hat sich unser Stundenplan wieder etwas geaendert. Es ist gut, weil wir jetzt die 2te und 3te Klasse getrennt voneinader unterrichten koennen. Aber wir duerfen nurmehr 3 Einheiten und nicht mehr 4 unterrichten. Den genauen Grund haben wir leider nicht heraushoeren koennen, aber irgendwie weil sonst zuwenig Zeit fuer andere Faecher bleibt. Auch wenn wir so motiviert sind, muessen wir das einfach akzeptieren und koennen es nicht recht aendern.

Derzeit spielt das Wetter hier irgendwie verrueckt. Heute zum Beispiel ist es extrem heiss, vor ein paar Tagen war es ein bisschen bewoelkt, kaelter und es hat geregnet, letzte Woche war es sehr heiss. Also ein staendig Wechsel, was die Gesundheit sehr auf die Probe stellt. Aber abgesehen von einer leichten Verkuehlung, die auch schon wieder vorbei ist, geht es mir gut damit. Irgendwie ist es fuer mich nicht vorstellbar, dass zuhause allen kalt ist und es vielleicht sogar schneit. Diese Vorstellung ist wirklich weit weit weg fuer mich. Fuer mich ist auch nicht so richtig November und ausserdem bin ich schon gespannt, ob ich jemals in Weihnachtsstimmung kommen werde. Aber wir werden sehen.

Im Shelter ist schoen langsam wieder Ruhe eingekehrt. Ok derzeit nicht so, weil ca. 20 Burschen vom Projekt in Sabbavaram bei uns im Shelter sind, weil sie fuer ein Turnier trainieren. Dadurch ist natuerlich noch viel mehr Leben im Shelter. Da diese Burschen zur Zeit (also jetzt 1-2 Wochen) nicht in die Schule gehen, sind sie am Nachmittag immer in der Drawing class im Shelter. Fuer uns und fuer sie ist das natuerlich eine gute Moeglichtkeit, weil sie somit auch mal Drawing haben und ausserdem wir ein bisschen mehr Bezug auch zu ihnen aufbauen. Ich versuche derzeit die Namen von ihnen etwas zu lernen. Im Shelter und in der Schule habe ich anfangs geglaubt ich werd mir die Namen nie merken und jetzt sind sie alle selbstverstaendlich. Aber jetzt beim erneuten Namen lernen faellt mir erst auf, wie schwierig es am Anfang ist.
Die Burschen gehen auch immer mit zu den Outdoor games. Mittlerweile ist in dem Station, in das wir immer gehen, ein Platz fuer uns freigemacht worden, sodass wir auf einer Wiese spielen koennen. Ist zwar sehr uneben, aber die Burschen haben Platz und ausserdem sind si e ein bisschen im Gruenen.
Ich geniesse die Games immer sehr. Anfangs laufe ich meistens mit einem oder mehr Burschen 1-2 Runden im Stadion. Dann spielen wir Fussball oder Volleyball. Einfach eine schoene unbeschwerte gemeinsam Zeit. Auch der 20 Minuten Marsch zum Stadion und wieder zurueck ist sehr nett, da hier immer schoene Gespraeche enstehen, oder die Kinder mir Woerter oder Lieder lernen oder wir einfach herumbloedeln.

Aprobo lernen... Ich bin irgendwie sehr begeistert wie das Telugu lernen voran geht. Beim Schreiben haben wir schon ca. 40 Zeichen gelernt, was schonmal ein Anfang ist. Ausserdem koennen wir mit diesen schon einige Woerter schreiben und auch schon etwas lesen. Mittlerweile sprechen wir schon mit den Leuten auf unserem Schulweg. Ist irgendwie eine witzige Erfahrung, weil sie nur ganz wenig Englisch koennen und wir noch weniger Telugu, aber es entsehen immer wieder diverse Gespraeche.
Was fuer mich auf dem Weg von der Schule heim immer wieder erstaunlich ist, ist dass die Menschen in kleinen Haeusern leben und wirklich einfach hausen, aber sie fragen bzw bitten uns taeglich, dass wir doch mal essen kommen sollen, oder sie geben uns irgendein Gemuese zum Kosten. Obwohl sie wahrscheinlich schauen muessen, dass sie taeglich was zu essen haben, wollen sie auch noch mit uns teilen.
Auch die Kinder in der Schule schenken uns taeglich Zuckerl oder Kekse. Ein kleines Maedchen zum Beispiel hatte vorkurzem so besondere Kugerl zum Essen und war aeusserst erfreut darueber, aber sie hat trotzdem mit uns geteilt, sie teilen echt immer. Auch die Kinder im Shelter teilen immer mit uns. Teilweise sagen sie sogar aus Bescheidenheit nein, wenn ich meine Suessigkeit zum Beispiel mit ihnen teilen will. Echt erstaunlich, die Kinder haben so wenig, aber sie teilen trotzem. Wunderschoen zu sehen!!!

Ein grosse, aber erfreuliche Veraenderung war am Samstag. Eine Volontaerin (Eli) aus der Schweiz ist zu uns gekommen. Wir haben ein drittes Bett in unser Zimmer bekommen (hab nicht geglaubt, dass da noch eines Platz hat). Sie wird fuer drei Monate bleiben. Ab heute wird sie auch in der Schule unterrichten. Anfangs war die Vorstellung etwas komisch, wie das wird wenn noch jemand kommt. Aber mittlerweile kommt es uns vor, als waere sie schon immer da. Sie spricht auch Deutsch und wir drei sind einfach ein super super Team. Also wirklich eine richtige Bereicherung fuer uns und die Burschen.

Soweit das neueste von mir. Falls man es nicht herauslesen kann, will ich noch erwaehnen, dass ich sehr sehr gluecklich bin. Ich spuere, dass ich am richtigen Platz bin, ausserdem bin ich mit meinen Aufgaben sehr zufrieden.

Viele zufriedene Gruesse

Martina

Samstag, 24. Oktober 2009

immer wieder neue Sachen

Nachdem ich gerade meinen Blogeintrag irgendwo in der Welt der Technik verloren habe, werde ich ihn jetzt nochmal schreiben.

Es ist zwar noch nicht lange aus, dass ich das letzte Mal geschrieben hab, aber es hat sich schon wieder jede Menge getan.

In der Schule geht es zur Zeit leider drunter und drueber. Ein Lehrer kommt irgendwie nicht mehr in die Schule, er hat sich wahrscheinlich eine andere Arbeit gesucht. Er hatte die KInder sehr gut im Griff. Fuer uns ist es leider sehr schwierig, da einerseits die sprachliche Barriere ein grosses Hindernis ist, aber es sehen uns auch die Kinder oft als Spielpartner, was mir eh lieber ist. Aber wir schaffen es immer wieder Ruhe reinzubekommen, auch wenn meine Stimme etwas darunter leidet.
Es ist bei uns in der Schule einfach normal, dass ich waehrend der Stunde wiedermal meine Runde drehe und die Schueler wieder zurueckhole, die nach dem Gang zur Toilette (ein Fels in der Naehe vom Strand) nicht mehr in die Klasse zurueck gekommen sind, sondern in einer anderen Klasse stehen und tratschen oder sogar draussen einfach mal kurz ein bisschen mit anderen Kindern spielen. Aber irgendwie schaffe ich es doch immer wieder, dass die KInder was lernen, die meisten die Hausuebung bringen und wir mit dem Stoff etwas voran kommen.
Wir versuchen auch schoen langsam ein bisschen unseren Lehrerkollegen klarzumachen, dass es andere Methoden ausser schreien und schlagen gibt. Einige Kinder kommen deswegen naemlich leider nicht mehr in die Schule. Doch in diesem Bereich bin ich sehr zuversichtlich.

Auch im Shelter hat sich einiges Veraendert. Ein Mitarbeiter, der am Tag bei den Kindern war und ein echt guter Mensch war, hat leider gekuendigt. Ein weiterer Mitarbeiter wurde gefeuert. Er war Tag und Nacht bei den Kindern und fuer sie die wichtigste Bezugsperson, einfach ein grosser Bruder. Diese Veraenderungen sind sehr schwierig fuer die Burschen, wie aber auch fuer mich.
Als sich der gefeuerte Mitarbeiter von den Kindern am Sportplatz verabschiedet hat, war beim zurueckgehen eine sehr deprimierte Stimmung. Ich hab mit einen Burschen gesprochen und er sagte ploetzlich zu mir, dass er morgen weglaufen wir. Ich war geschockt darueber, weil ich mit dem nicht gerechnet habe, da er sehr ausgeglichen und zufrieden wirkt. Ich hab dann nochmal nachgefragt und er hat gemeint, dass es nur ein Scherz war. Dies hat er mir mehrere Male versichert. Am naechsten Tag hab ich dann erfahren, dass er davongelaufen ist. Fuer mich ist das nicht leicht zu verstehen und zu verkraften. Ich hab von Anfang an gewusst, dass solche Situationen auf mich zu kommen werden, besonders auch als ich erfahren habe, dass der Mitarbeiter gehen muss, war mir klar, dass Kinder davonlaufen werden, aber derzeit ist es einfach noch viel und schwierig. Ich hoffe, dass ich irgendwann mal mich daran gewoehne, dass Kinder davon laufen, aber keine Ahnung ob man sich daran ueberhaupt gewoehnen kann.


Aus diesem grossen Durcheinander, das hier zur Zeit ein bisschen herrscht versuche ich einfach das Beste zu machen. Mir ist es wichtig fuer die Kinder da zu sein sowohl in der Schule, wie auch im Shelter.


Neben diesen teilweise schwierigen Angelegenheiten geniesse ich Indien in vollen Zuegen. Heute war ich auf zwei verschiedenen Maerkten mit Unmengen an Obst und Gemuese, wie im Film, dann waren wir noch kunterbunte Stoffe fuer neues Gewand kaufen, auf meinen Fuessen baumeln Ketterl, heute haben uns die Koechinnen unsere Haende und Beine mit Henna angemalt, auf meiner Stirn pickt immer ein Bodlu, ich geniesse das Handel mit den Outo- Riksha Fahrern (wir haben mittlerweile schon die kalte Schulter drauf, wenn sie zuviel verlangen gehen wir einfach.... dann geben sie meistens nach), ich esse immer mit den Fingern, es ist kuehl, wenn es unter 30 Grad hat........ einfach alles indisch...... und wunderbar auch so!


Sicherlich gehen mir auch Sachen von Oesterreich hab, aber ich geniesse es sosehr, dass Leben in Indien, weil es einfach ganz anders ist und viel zu entdecken und zu staunen gibt.

Ich wuensche auch allen alles Gute und schicke euch ein paar indische Sonnenstrahlen zum Waermen!

Martina

Endlich Videos

Wir haben es geschafft und Videos online gestellt.

ein tolles Lied:

http://www.youtube.com/watch?v=yaDcfQEPEp0&feature=channel


mein absolutes Lieblingslied mit meinen Lieblingstaenzern:

http://www.youtube.com/watch?v=yaDcfQEPEp0&feature=channel


bei der Diwali Feier:

http://www.youtube.com/watch?v=R86uyvbsCU8


eine Fahrt mit dem Outo:

http://www.youtube.com/watch?v=yaDcfQEPEp0&feature=channel


beim Spiele und Tanzen:

http://www.youtube.com/watch?v=gNsoPJh62uk


Geniesst die Filme!!!!!!!!!!